Pflanze spriest aus der Erde und wird von Sonne angestrahlt, vegane Ernährung hat positive Auswirkungen auf die Bodenqualität.

Vegane Ernährung und Klimawandel

Mit der veganen Ernährung kannst du dich für den Umweltschutz einsetzen und aktiv etwas gegen den Klimawandel tun. Wieso das so ist, erfährst du hier.

In den vergangenen 130 Jahren hat sich die Erde um circa 0,85 °C erwärmt. Ursächlich für die Erderwärmung sind Treibhausgasemissionen. Die Erderwärmung hat unter anderem zur Folge, dass der Meeresspiegel steigt, Gletscher schmelzen und sich Niederschlagswahrscheinlichkeiten erhöhen. Außerdem schätzt die Weltgesundheitsorganisation (WHO), dass zwischen 2030 und 2050 circa 250 000 Menschen pro Jahr an den Folgen des Klimawandels sterben werden.

Zusammenhang zwischen Ernährung und Klimawandel

In den Industrieländern werden circa 15-30 % der Treibhausgasemissionen durch die Produktion von Nahrungsmitteln verursacht. Die Angaben variieren deshalb so stark, weil bis die Nahrungsmittel von den Konsumenten und Konsumentinnen verzehrt werden, diese Nahrungsmittel viele Bearbeitungsstationen durchlaufen müssen. Da wäre zum Beispiel die Landwirtschaft, die, die Rohstoffe liefert. Bereits in der Landwirtschaft entstehen große Mengen an Treibhausgasemissionen durch die Düngung, durch die Verdauung von Wiederkäuern sowie durch die Verwendung von Landmaschinen. Weitere Stationen sind dann der Transport der Rohstoffe aus der Landwirtschaft, die Verarbeitung dieser Rohstoffe, die Verpackung der Lebensmittel und die Lagerung. Am Ende der Kette stehen dann die Konsumentinnen und Konsumenten, die, die Lebensmittel ebenfalls lagern und zubereiten.

Bei der Herstellung von Nahrungsmittel entsteht generell CO2, egal ob es vegane Lebensmittel oder tierische Lebensmittel sind. Entscheidend ist jedoch die Menge der Emissionen.

Auswirkungen auf den Klimawandel - Globalisierung und Massenproduktion

Hierzulande steigt der Fleischkonsum, die Deutschen essen mehr als doppelt so viel Fleisch als noch in den 50er Jahren, das liegt vor allem an dem wachsenden Wohlstand der Bevölkerung. Durch die Veränderung der Ernährungsgewohnheiten hat also die Massenproduktion von tierischen Lebensmitteln eine steigende wirtschaftliche Bedeutung gewonnen.

Gleichzeitig haben auch die globale Fleischproduktion und der globale Vertrieb der tierischen Nahrungsmittel an wirtschaftlicher Bedeutung gewonnen. Somit steigen durch den globalisierten Handel von tierischen Produkten nicht nur der wirtschaftliche Druck auf die Landwirte und Landwirtinnen, sondern auch die Treibhausgasemissionen. Denn durch den grenzüberschreitenden Handel mit Tieren und tierischen Produkten entsteht ein erhöhter Kohlendioxidausstoß aufgrund der Transportwege. Um den heutigen Bedarf an tierischen Lebensmitteln zu decken, benötigt es darüber hinaus Ackerland für die Produktion von Futtermitteln. Durch die Umwandlung von Grünflächen zu Ackerland werden ebenfalls Treibhausgasemissionen freigesetzt. Sojaschrot beispielsweise gilt als eine der wichtigsten Stoffe für die Produktion von Futtermittel. Rund 80 % des Sojaschrotes wird an Tiere verfüttert. Zunehmend beziehen die Betriebe das Futtermittel jedoch nicht mehr aus dem eigenen Anbau, sondern kaufen es hinzu. Circa 80 % des Sojas werden aus Brasilien, Paraguay und Argentinien importiert. In den südamerikanischen Ländern nutzt die EU rund 30 % der Soja-Anbauflächen, hierzu ist die Rodung von Regenwäldern in den betroffenen Ländern notwendig. Die global ausgerichtete Fleischproduktion, die dafür notwendige Umwandlung von Grünflächen und die globale Ressourcennutzung stehen damit in direktem Zusammenhang mit dem Klimawandel. 

Welche Bedeutung hat die vegane Ernährung für den Klimawandel?

Die Ernährung in Deutschland hat pro Person und Jahr rund 2000 kg Treibhausgasemissionen zur Folge. Rund 70 % dieser Treibhausgasemissionen entfallen hierbei auf tierische Lebensmittel. Allein diese Zahlen verdeutlichen das enorme Einsparungspotential bei veganer Ernährung. Das wohl bekannteste Treibhausgas ist Kohlendioxid (CO2). CO2 ist jedoch nur ein klimarelevantes Treibhausgas. Da wäre beispielsweise noch Methan, welches eine rund 25-mal höhere Klimawirksamkeit hat als CO2. Und Lachgas, welches eine rund 295-mal höhere Klimawirksamkeit hat als CO2. Beide Stoffe entstehen in großen Mengen in der Massentierhaltung. Durch die Verdauung von Wiederkäuern wird Methan freigesetzt, die Freisetzung von Methan macht in der Tierhaltung ca. 75-90 % der Emissionen aus. Lachgas wird bei der Lagerung von Stallmist und Gülle freigesetzt.

mehr zum Thema: Einstieg in die vegane Ernährung

Der Konsum tierischer Lebensmittel steht in direktem Zusammenhang mit dem Voranschreiten des Klimawandels. Die globale Fleischproduktion und der globale Vertrieb der tierischen Lebensmittel haben, neben der globalen Ressourcennutzung und der Umwandlung von Grünflächen, extreme Auswirkungen auf den Klimawandel.

Mehr zum Thema: Weitere Vorteile einer veganen Ernährung.

Du möchtest die Umwelt schützen? Dann entscheidest du dich für eine vegane Ernährung! Werde ein richKind und setze dich gegen den Klimawandel ein.

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Klimawandel und Ernährung -Einsparungspotential
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