zerschnittenes Blatt illustriert Umweltschutz und vegane Ernährung

Ist vegane Ernährung besser für die Umwelt?

Der Zusammenhang zwischen veganer Ernährung und Gesundheit ist bereits vielfach von Studien belegt worden. Darüber hinaus gibt es noch viele weitere Vorteile einer veganen Ernährung. Aber was sind genau die ökologischen Gründe, um vegan zu leben? In Zeiten, in denen die Debatten über den Klimawandel und die Umweltverschmutzung immer lauter werden, ist es ohnehin wichtig, sich mit dem Herstellungsprozess und dem Ursprung der Nahrung kritisch auseinanderzusetzen.

Mit Veganismus gegen den Klimawandel

Mit einer veganen Ernährung kannst du erheblich zum Klimaschutz beitragen. Denn durch die Produktion von tierischen Produkten entstehen sowohl indirekte Treibhausgasemissionen als auch direkte Treibhausgasemissionen. Leider wird die Beeinflussung von Ernährung auf den Klimawandel in der Öffentlichkeit noch zu wenig diskutiert, dabei hat sie eigentlich sehr großen Einfluss. Zu den direkten Treibhausgasemissionen gehören Kohlendioxid (CO2), Methan, Ammoniak und Lachgas. Die Klimawirksamkeit von Methan ist rund 25-mal höher als die von CO2. Durch die Verdauung von Wiederkäuern und die Lagerung von Dünger werden erhebliche Mengen Methan freigesetzt, die Freisetzung von Methan macht in der Tierhaltung ca. 75-90 % der Emissionen aus. Ammoniak entsteht ebenfalls bei der Lagerung und Ausbringung von Dünger. Lachgas hat eine rund 298-mal höhere Klimawirksamkeit als CO2, es entsteht bei den Abbauprozessen von Düngern und im Boden.

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Hinzu kommen noch die indirekten Treibhausgasemissionen der Produktion. In Deutschland ist die Kapazität der landwirtschaftlich nutzbaren Grünflächen bereits aufgebraucht. Da jedoch dennoch zunehmend Anbauflächen für die Futtermittelgewinnung benötigt werden, werden Teile des Regenwaldes abgeholzt und die Futtermittel importiert. Bei der Umwandlung dieser Flächen zu Ackerland wird eine große Menge an CO2 freigesetzt. Da das Futtermittel heutzutage importiert wird und nicht mehr aus dem eigenen Anbau hierzulande genutzt wird, entstehen durch die langen Transportwege ebenfalls große Mengen an CO2. Darüber hinaus entstehen Abgase durch den Export von tierischen Produkten aus Deutschland in Länder des globalen Südens.

„Nahezu 70 % der direkten Treibhausgasemissionen unserer Ernährung sind auf tierische Produkte zurückzuführen, auf pflanzliche Produkte dagegen nur knapp ein Drittel. Unser Hunger auf Fleisch bedingt also nicht nur einen höheren „Landverbrauch“, sondern verursacht auch wesentlich mehr Treibhausgase.“ ~ WWF Deutschland, Klimawandel auf dem Teller, S. 4

Durch vegane Ernährung zu besserer Bodenqualität

Die globale Fleischproduktion hat sich in den letzten 50 Jahren mehr als verdreifacht. Für die Herstellung von Fleisch und Milch werden global circa 77 % des Agrarlands verwendet. Die Ackerfläche für den Futtermittelanbau beläuft sich auf circa 120 Millionen Hektar. Da man davon ausgeht, dass der Bedarf an Nahrungsmitteln und tierischen Produkten aufgrund der wachsenden Weltbevölkerung weiter steigen wird, müssen auch die Erträge steigen. Um Ertragssteigerungen zu erreichen werden Dünger und Pestizide verwendet, diese haben zum einen direkte Auswirkungen auf die Gesundheit der Bevölkerung und zum anderen führen sie zu ausgelaugten Böden. Die Ackerflächen könnten weitaus effizienter und ressourcenschonender genutzt werden, wenn diese nicht für den Anbau von Futtermitteln genutzt werden müssten, sondern dem Menschen direkt zur Verfügung stehen würden.  

Mit veganer Ernährung weniger Grundwasserverschmutzung

Durch die großen Mengen an Gülle und Mist, die in Regionen mit einer hohen Anzahl an Nutztieren anfallen, ist vielerorts das Grundwasser verschmutzt. Im Jahr 2017 entstand allein in Deutschland durch die Nutztierhaltung, 208 Millionen Kubikmeter an Dünger. Der Dünger wird anschließend auf Weiden und Äckern ausgebracht. Die Böden können diese Massen jedoch nicht aufnehmen und somit gelangen Anteile des Düngers in das Grundwasser und verschmutzen es.  

Ineffiziente Landnutzung durch vegane Ernährung vermeiden

Schätzungen zufolge soll die Weltbevölkerung bis zum Jahr 2050 auf circa 10 Milliarden Menschen ansteigen. Da auch das Einkommen der Weltbevölkerung höher sein wird und somit die Mittelschicht größer wird, geht man von aus, dass die Kaufkraft insgesamt um circa 70 % ansteigen wird. Ähnlich wie sich bereits in den vergangenen 50 Jahren, aufgrund des wachsenden Wohlstands die Fleischproduktion verdreifacht hat, wird prognostiziert, dass auch die Fleischproduktion bis 2050 erheblich ansteigen wird. Um die Erträge weiterhin zu steigern, werden nicht nur Dünger und Pestizide eingesetzt, sondern auch Regenwälder abgeholzt, um sie in weitere Agrarflächen umzuwandeln. Das zurzeit zur Verfügung stehende Land könnte weitaus effizienter genutzt werden, wenn es direkt mit Lebensmitteln bepflanzt werden würde.  

Was passiert mit der Umwelt, wenn sich jeder vegan ernährt

„Eine Ernährung auf Basis minimal verarbeiteter Rohprodukte aus Primärquellen bedeutet weniger Belastung für die Umwelt.“ ~ Brendan Brazier, Vegan in Topform, S. 112
den Wald genießen und mit veganer Ernährung die Umwelt schützen

Wie du dir bereits denken kannst, würden wir der Umwelt erheblich weniger Schaden zufügen, wenn sich jeder Mensch vegan ernähren würde. Auf dem dann zur Verfügung stehenden Land könnten Lebensmittel und keine Futtermittel angebaut werden. Mit diesen Lebensmitteln könnten weitaus mehr Menschen ernährt werden als bisher. Pflanzliche Lebensmittel versorgen dich mit allen Nährstoffen, die dein Körper benötigt. Protein beispielsweise wird lediglich von Pflanzen produziert. Es ist ineffizient die Pflanzen zunächst von Tieren verzehren zu lassen und diese Tiere dann in einem enorm komplexen Verarbeitungsprozess verzehrfertig zuzubereiten.

Heutzutage ist die tägliche Ernährung keine private Sache mehr. Die Auswirkungen eines verantwortungslosen Konsums auf die Umwelt sind erheblich und das geht uns alle etwas an. Hierbei geht es jedoch nicht nur ausschließlich um vegane Ernährung. Generell ist der Energiebedarf der Nahrungsmittelerzeugung in den Industrienationen enorm hoch. Ein Grund hierfür ist die starke Verarbeitung der Lebensmittel.

Die Dokumentation “Cowspiracy” von Kip Anderson bietet weitere interessante Einblicke in das Thema vegane Ernährung und Umweltschutz.

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Vegane Ernährung und Umweltschutz - 3 konkrete Maßnahmen, die jeder umsetzen kann

Du kannst dich mit einer veganen Ernährung jeden Tag aktiv für den Umweltschutz und gegen den Klimawandel einsetzen. Eine gesunde vegane Ernährung bietet erhebliches Einsparungspotential von Treibhausgasemissionen. Mit diesen drei einfachen Maßnahmen kannst du sogar noch mehr tun, als „nur“ die Umwelt zu schützen.

  1. verzichte auf tierische Produkte und deine Gesundheit wird es dir danken
  2. bevorzuge frische, regionale, möglichst unverarbeitete Lebensmittel und du wirst dich fitter und motivierter fühlen
  3. benutze dein Fahrrad und du wirst Vitamin D tanken, Geld sparen und ein Vorbild für andere sein

Werde ein richKind und entscheide dich mit jeder Mahlzeit für eine bessere Welt.

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Brazier, B. (2013). Vegan in Topform. Unimedica ein Imprint der Narayana; Auflage: 2., korrigierte.

Chemnitz, C. (2019). Fleischatlas. Daten und Fakten über Tiere als Nahrungsmittel. Berlin.

Verband der Landwirtschaftskammern (2012): Klimawandel und Landwirtschaft. Anpassungsstrategien im Bereich Tierhaltung, Berlin. URL: http://www.landwirtschaftskammern.de/pdf/klima-tier.pdf. Zugriff: 03.07.2016

Dräger de Teran T (2013): Gut für uns, gut für den Planeten: Gesunde Ernährung und eine geringe Lebensmittelverschwendung können unseren ökologischen Fußabdruck in erheblichem Ausmaß reduzieren. Journal für Generationengerechtigkeit, 13 (1): S. 11-17.

Unmüßig B, Weiger H (2015): Vorworte. In: Heinrich-Böll-Stiftung; Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland; Le Monde diplomatique (Hrsg.), Fleischatlas 2014. Daten und Fakten über Tiere als Nahrungsmittel. 6. Auflage, Phoenix Print GmbH, Würzburg, S. 6-7.