mit prozenten wird fast fashion angeheizt

Fast Fashion: Beschleunigung ohne Kompromisse (+ Dokus und Bücher)

Seit vielen Jahren leben wir in permanenter Beschleunigung. Wir wollen in immer kürzerer Zeit immer mehr erreichen. Sogar unsere Gehgeschwindigkeit ist seit den 90er-Jahren um rund 10 % gestiegen. Auch die Mode ist schneller geworden. Warum wir allerdings besonders in unserem Kleiderschrank für Entschleunigung plädieren sollten, erfährst du hier.

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Was bedeutet Fast Fashion?

“Fast Fashion”, also “Schnelle Mode” klingt zunächst positiv und dynamisch. Das Prinzip ist einfach und bildet unsere gesamte Idee von Wirtschaft ab: Immer mehr, immer schneller für viele immer billiger zu produzieren. Die Läden der großen Ketten bestimmen das Straßenbild in mehrfacher Hinsicht:

  • Sie sind als Läden präsent, die viele Kunden durch günstige Angebote anziehen.
  • Sie geben vor, was getragen wird.

Die Pyramide verläuft von oben nach unten und betrifft die gesamte Modebranche: Die großen renommierten Designer entwerfen unter dem Druck der Industrie in schnellem Rhythmus mehrere Kollektionen pro Jahr. Genäht wird oft in Fernost. Die Designer großer Ketten nehmen die neuesten Trends auf, setzen sie in günstig zu produzierende Entwürfe um, die blitzschnell in Billiglohnländern genäht werden und dann in den Filialen der großen Ketten zu Schnäppchenpreisen zu haben sind. Dieser Prozess verläuft nicht nur 2 x, sondern mehrere Male im Jahr.

Warum gibt es Fast Fashion?

Unser Wirtschaftssystem ist auf Wachstum ausgelegt und mehr Kollektionen bedeuten höhere Gewinne. So wurden aus den zwei Kollektionen pro Jahr, die früher das Modejahr saisonal bestimmten, 12 und mehr. Bekannte Modeketten bringen über 30 unterschiedliche Designs pro Tag auf den Markt. Und unser Konsum treibt Fast Fashion an. Kleidung gehört zu den Konsumartikeln, die deutlich sichtbar zeigen, was man darstellt und wie man gesehen werden möchte. Das ist auch nicht verwunderlich, da Individualität heutzutage ein hohes Gut ist. Jeder möchte sich selbst verwirklichen. Wirtschaft und Werbung suggerieren uns, das sei über Konsum möglich. Wer den neuesten Trend trägt, gehört dazu. 

Aber gibt es Individualität und Persönlichkeit wirklich von der Stange? 

Hinzu kommt, dass uns Konsum für einen kurzen Moment tatsächlich glücklich macht. Leider hält dieses Glück nicht lange an. Hier erfährst du, warum dich Konsum nicht glücklich macht.

Warum ist Fast Fashion schlecht? Die Schattenseite

Außer der Gewinnmaximierung bringt Schnelle Mode nicht viele Vorteile. Die Produktion der Kleidung wird bewusst billig gestaltet, weil Qualität zweitrangig ist. Die Stoffe halten oft nicht einmal eine Saison. Kleidung wird absichtlich auf Verschleiß präpariert, denn es wartet schon die nächste Kollektion, die gekauft werden soll. Und das Marketing der Fast Fashion Industrie scheint zu funktionieren, denn wir tragen ein chices Top im Durchschnitt 1,7 mal. Klingt stressig, teuer und hat darüber hinaus weitreichende ökologische Folgen.

Umweltverschmutzung

Billige Kleidung verschmutzt die Umwelt. Schon bei der Erzeugung der Rohstoffe kommt Chemie zum Einsatz. Baumwolle und Leinen verbrauchen Unmengen an Wasser und werden außerdem mit Pestiziden behandelt. Diese lagern sich in den heranwachsenden Rohstoffen ab und gefährden die Arbeiter, die im Anbau tätig sind. Die ökologischen Auswirkungen von Fast Fashion gehen aber noch weiter: Nach der Ernte wird Baumwolle mit Bleichmitteln und Weichmachern ausgerüstet. Was uns ein bequemes Waschen in der Maschine ermöglicht, führt zur Belastung des Grundwassers und der Flüsse. Darüber hinaus gelangen jährlich Tonnen an Mikroplastik ins Meer.

Nice to know!
Glücklicherweise gibt es Unternehmen wie Got Bag, die Plastik aus dem Meer fischen und daraus stylishe Taschen, Trinkflaschen, Portemonnaies und viele weitere coole Sachen herstellen.

Färben und Sandstrahlen, wie es bei Jeans für den Used-Look verwendet wird, belasten die Umwelt zusätzlich. Ungefiltert gelangen Abfallprodukte in die Flüsse der Produktionsländer und vergiften diese nachhaltig. In vielen Ländern wird sauberes Trinkwasser zur Mangelware.  

Was passiert eigentlich mit den Klamotten, die nicht verkauft werden, weil sie nach kurzer Zeit schon wieder out sind? 

Das erklärt dir Kirsten Brodde von Greenpeace.

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Schlechte Arbeitsbedingungen und Kinderarbeit

China, Bangladesch und die Türkei sind führend auf dem Gebiet der Billigproduzenten. Insgesamt verschiffen sie jährlich Kleidung im Wert von über 10 Milliarden Euro nach Mitteleuropa. Bei den Arbeitern kommt davon nicht viel an. Nicht wenige arbeiten täglich über 16 Stunden und gehen mit einem Monatslohn von umgerechnet 35 Euro nach Hause. In den Fabriken arbeiten vor allem Frauen, die offiziell ab dem vierzehnten Lebensjahr als Helferinnen eingestellt werden. Sie verdienen dann etwa 15 Euro im Monat. Bei sehr hohen Anforderungen nähen die Frauen und Mädchen im Akkord. 

Viele Hersteller begründen die Löhne mit geringeren Lebenshaltungskosten in den Produktionsländern, doch diese entsprechen in vielem den Kosten, die du aus deutschen Supermärkten kennst: 1,5 Liter Wasser kosten etwa 1,00 Euro, 1 Kilogramm Reis etwa 2,00 Euro, die Mietpreise ohne Nebenkosten liegen für eine kleine 1-Zimmer-Wohnung in den Außenbezirken der größeren Städte in Bangladesch bei circa 150,00 bis 200,00 Euro.

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Schlecht für dich

Über günstige Preise freut sich jeder. Neue Kleidung, die den Entwürfen der großen Designer ähnelt, ist begehrt. Doch zu welchem Preis kaufst du wirklich deine Kleidung? Warum Fast Fashion auch für dich nicht gut ist, erkennst du schnell, wenn du in deinen Kleiderschrank schaust:

  • Quillt dein Kleiderschrank über und du solltest endlich mal Ausmisten? Viel zu viel häuft sich an und belastet dich? Trägst du die Röcke, Blusen, Jeans und Mäntel wirklich alle? Welche Klamotten hattest du schon lange oder noch nie an?

Tipp!
Probier doch mal deinen Kleiderschrank mit der KonMari-Methode auszumisten.

  • Du hast ein Lieblingsstück und ziehst das Sweatshirt häufig an? Bereits nach einigen Wochen sieht es unschön aus. T-Shirts bekommen trotz sorgfältiger Pflege schnell Löcher und verformen sich. Der Stoff einer Jeans löst sich in nur einer Saison auf und bei Röcken versagt der Reißverschluss. Qualität sieht anders aus.

Tipp!
In diesen Onlineshops kriegst du faire, nachhaltige und vegane Kleidung.

  • Und wie viel Chemie steckt eigentlich in unserer Kleidung? Ich meine die Chemie, die, die Arbeiter in den Produktionsländern gefährdet und dort die Umwelt verschmutzt. Es fehlen Angaben, inwiefern unsere Textilien chemisch belastet sind. Uns wird nicht gesagt, ob wir Schadstoffe auf der Haut tragen, die auch uns schaden könnten.
  • Unter dem ökologischen Fußabdruck deines neuen Fast Fashion Pullis leiden nicht nur die Herkunftsländer, sondern auch du. Dabei ist der CO2-Ausstoß nur ein Aspekt, der dich genauso trifft wie die Arbeiter in den Produktionsländern.
  • Durch die ständig wechselnden Trends entsteht Druck. Gestern waren deine neuen Schuhe noch in. Heute sind sie out! Das belastet nicht nur deinen Geldbeutel enorm, sondern führt auch zur maximalen Reizüberflutung und Überforderung.

Wie kannst du Fast Fashion vermeiden?

Keine Panik – du musst dich nicht gänzlich vom Shoppen verabschieden, sondern einfach nur bewusst einkaufen. Du änderst dein Kaufverhalten und achtest auf nachhaltige und faire Mode. Indem du bewusst einkaufst, gibst du ein klares Statement ab. Damit tust du dir, deiner Umwelt und den Arbeitern in Bangladesch etwas Gutes. 

Du kannst dich vom Konsumdruck befreien und auf verschiedenen Ebenen kreativ werden. Beispielsweise hilft dir Minimalismus dabei herauszufinden, was dir wirklich wichtig ist. Setze beispielsweise auf einen minimalistischen Kleiderschrank und kaufe faire und nachhaltige Kleidung. Du gibst dann zwar für das einzelne Shirt mehr aus, allerdings halten deine Klamotten länger.

Eine weitere nahe liegende Alternative sind Second-Hand-Läden und der örtliche Trödelmarkt. Du findest hier ein breites Angebot an Kleidung zu günstigen Preisen. Selbst für hochwertige Designer-Kleidung gibt es Online-Shops und Läden, in denen du Second-Hand kaufen kannst. 

Kleidung mieten klingt ungewöhnlich, ist aber in den Metropolen längst in. Coole Kleider oder Anzüge für besondere Anlässe zu mieten macht nicht nur aus ökologischer Perspektive Sinn. Du sparst auch noch Geld und Platz in deinem Kleiderschrank. 

Bei Unown kannst du sogar vegane und nachhaltige Mode leasen. Vertreten sind zum Beispiel Eco Labels wie ARMEDANGELS oder Jan ’n June

Upcycling gehört zu den Trends, bei denen du kreativ wirst und deine Kleidung mit kleinen Änderungen auffrischst. Das geht prima mit Pieces vom Trödelmarkt, die neu zusammengenäht einen individuellen Look erlauben.

Slow Fashion

Bewusst Shoppen ist die Alternative zum Ex-und-hopp des gängigen Konsums. Immer mehr Menschen entscheiden sich für Slow Fashion und retten damit den Planeten ein kleines Stück. Gehe achtsam mit deiner Kleidung um, vermeide Spontankäufe und kauf nur das, was du wirklich brauchst.

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Capsule Wardrobe

Back to the 70th! Daher stammt der Begriff der Capsule Wardrobe. Zunächst bezog er sich auf einen Stil und den geschickten Mix, mit dem sich ein Look aus kombinierbaren Einzelteilen gestalten lässt. Jetzt feiert er im Zusammenhang mit minimalistischer Mode eine Renaissance. 

Statt überfüllter Schränke, die dich belasten und erdrücken, hast du wenige ausgewählte Teile, die dir wirklich gefallen, die du gerne trägst und die sich gut kombinieren lassen. 

Ein Mantel ist keine temporäre Anschaffung, sondern ein hochwertiges Kleidungsstück, das dich lange begleitet. Falls dich die Preise abschrecken, überlege dir wie viele Jahre du den Mantel wahrscheinlich tragen kannst. 3 Jahre? 5 Jahre? Und wie viel würdest du sonst in Mäntel investieren? 

Weil du dich auf wenige Teile konzentrierst, die außerdem länger halten, hast du die Chance qualitativ hochwertig, ökologisch und fair einzukaufen und dabei eben nicht mehr Geld auszugeben. 

Klingt toll, oder?

Faire Mode statt Fast Fashion

Stil und Nachhaltigkeit schließen sich nicht aus. Entscheide dich für Fair Fashion und gegen die Massenproduktion von Kleidung für die Mülltonne. 

Hier gibt es 7 gute Gründe für Fair Fashion zum pinnen:

7 Gründe für faire Mode

Die Fashion Game Changers

Blogs über Eco Mode & Fair Fashion

Bei den Fashion Changers findest du alles rund um das Thema Fair Fashion. Vreni, Jana und Nina haben in diesem Jahr auch ein Buch “Fashion Changers – Wie wir mit fairer Mode die Welt verändern können” veröffentlicht. Das Buch bekommt ihr beim Knesebeck-Verlag oder auf Amazon

Auch Justine schreibt auf Justinekeptcalmandwentvegan über faire Mode. Es gibt einen super ausführlichen Fair Fashion Guide mit unzähligen Links zu fairer und veganer Mode. Auf ihrem Blog findest du auch vegane und glutenfreie Rezepte, sehr cool ist ihr “Zero Waste for Dummies”. Auf Toocoolforcruel findest du vegane und faire Shirts, Taschen und Co. von Justine.

Ebenfalls viele hilfreiche Informationen gibt’s auf Sloris und NicetohaveMag.

5 Dokus über Fast Fashion

7 Bücher über Fast Fashion

Stilvoll und fair unterwegs? richKind werden!

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Bildnachweis

Titelbild:
retrorocket / Shuttertsock.com

7 Gründe für Fair Fashion:
Sofiaworld / Shuttertsock.com

 

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