Ein minimalistischer Arbeitsplatz nach dem Ausmisten und Entrümpeln.

Minimalismus: Ausmisten und Entrümpeln

Minimalismus bewirkt mehr, als nur eine penibel aufgeräumte Wohnung. Durch das Ausmisten und Entrümpeln schaffst du es, dem Hamsterrad des Konsumierens zu entfliehen und das tägliche Glück inklusive Freiheitsgefühl und Zeitwohlstand zu gewinnen. Ausmisten kann bewirken, dass du dich auf andere Dinge im Leben besser fokussieren kannst. Einfachheit bewirkt Fokus und Fokus öffnet Türen. Fokus ist das, was uns in der heutigen, schnelllebigen Zeit häufig fehlt. Das Ausmisten der Wohnung ist lediglich ein Weg, um sich seiner wirklichen Bedürfnisse im Leben bewusst zu werden. Am Anfang des Ausmistens steht nämlich immer die alles entscheidende Frage „Was brauche ich eigentlich wirklich?“

Was braucht man wirklich?

Was braucht man für ein gutes Leben? Braucht man Kartons voller Deko? Braucht man 100 Kleidungsstücke? Braucht man Fernseher in jedem Raum, die einen vom Alltag ablenken sollen? Braucht man 5 Töpfe und 3 Pfannenwender? Braucht man eigentlich mehrere Packungen Duschgel? Diese Fragen wirst du dir wohlmöglich stellen, allerdings geht es beim Ausmisten weniger um die einzelnen Dinge, als vielmehr darum, generell Ballast abzuwerfen. Das Ziel ist ein leichteres Leben mit mehr Freiheiten. Wenn du weniger Dinge in deinen Schränken oder im Keller hast, um die du dich kümmern musst, dann befreit das die Seele. Das Ausmisten und Entrümpeln deiner Räume ist ein Weg, um Raum zu schaffen für die wichtigen Dinge im Leben.

Ausmisten und Entrümpeln – die Praxis

Minimalismus ist ein Lebensstil und Gegenstände loszuwerden ist ein Prozess, der dazu gehört. Ich möchte dir gerne einige effektive Methoden zum Ausmisten und Entrümpeln vorstellen, aber zuvor gebe ich dir noch ein paar generelle Tipps und Tricks, die du beachten kannst. Es gibt verschiedene Wege und Methoden, wie du mit dem Ausmisten anfangen kannst. Für manche Menschen fühlt es sich besser an, an einem Wochenende einen Raum nach den anderen auszumisten. Manche Menschen können sich schwer von Dingen trennen und sie brauchen etwas mehr Zeit. Manche Menschen misten lieber regelmäßig einen kleinen Bereich aus, andere wiederrum schauen einfach nebenbei im Alltag, was sie nicht mehr benötigen. Je nachdem wie viel Zeit und vor allem wie viel Dinge du hast, kannst du entscheiden, was sich für dich besser anfühlt. Vor jedem Ausmisten empfiehlt es sich, einen Bereich in der Wohnung zu finden wo du drei Stapel machen kannst. Der eine Stapel ist für die Gegenstände, die du verschenken willst, der andere Stapel ist für die Gegenstände, die du entsorgen willst. Der dritte Stapel ist für die Gegenstände, die du verkaufen willst.

Ausmisten im Kleiderschrank

Ein minimalistischer Kleiderschrank kann dir das Leben in vielerlei Hinsicht vereinfachen, wenige Kleidungsstücke zu besitzen ist darüber hinaus gut für die Umwelt. Aber wie entscheidest du, welche Kleidung du behalten möchtest und auf welche du verzichten kannst? Wenn wir ehrlich sind, dann tragen die meisten von uns fast immer die gleichen wenigen Kleidungsstücke. Du kannst also die Kleidungsstücke, die du schon ein Jahr nicht mehr getragen hast aus deinem Kleiderschrank nehmen. Ebenfalls weg kann kaputte Kleidung oder Kleidung, die nicht mehr passt.

Ausmisten im Bad

Falls du viele angebrochene Sorten Duschgel und Shampoo hast, dann brauchst du diese natürlich nicht zu entsorgen. Aber ein Weg, um mehr Ordnung im Bad zu schaffen wäre, alle Pflegeprodukte aufzubrauchen, bevor du dir neue kaufst. Um Müll zu sparen und die Umwelt zu schonen kannst du dir dann jeweils eine Körperseife und ein festes Shampoo kaufen. Viel Platz nehmen häufig auch die Handtücher ein. Ebenfalls neigen viele Menschen dazu, sehr viele Handtücher zu horten (vermutlich weil es ein so beliebtes Geschenk von der Oma ist). Achte doch einfach mal darauf, wie viele Handtücher du benötigst. Du kannst zum Beispiel nur drei Handtücher in deinem Bad aufbewahren und die restlichen räumst du zunächst einmal beiseite und schaust dann, wie viele du wirklich benötigst. Falls du dich generell schwer von Dingen trennen kannst, empfehle ich dir diese Methode auch in anderen Bereichen anzuwenden. Es spricht nichts dagegen Gegenstände oder Kleidung zunächst für ein paar Wochen beiseite zu räumen und anschließend zu entscheiden, ob du die Sachen behalten möchtest.  

Schreibtisch entrümpeln

ein minimalistischer Arbeitsplatz führt zu mehr Fokus

Den Schreibtisch zu entrümpeln kann eine mächtige Herausforderung sein. Je nachdem wieviel Papierkram sich bei dir angesammelt hat, gilt es diesen zunächst einmal zu organisieren. Hierbei zu entscheiden welche Dokumente du nicht mehr benötigst kann sehr viel Zeit in Anspruch nehmen.

Es lohnt sich allerdings in jedem Fall, da du mit sortierten Ordnern im Nachhinein sehr viel Zeit sparen kannst, beispielsweise wenn du neue Dokumente einsortieren möchtest oder die Steuererklärung machen musst. Wir neigen häufig dazu, eine Menge Papierkram aufzubewahren. Jedoch gilt auch hier die Frage: „Was brauche ich wirklich?“ (Rechnungen aus dem Jahr 2006 vermutlich eher nicht). Dokumente einzuscannen kann ebenfalls zu mehr Ordnung in deinem Arbeitsbereich führen.

Eine aufgeräumte Ordnerstruktur auf deinem PC und ein gut sortiertes, aufgeräumtes E-Mail-Postfach kann dir ebenfalls viel Zeit und Stress ersparen.

Der Blogger Leo Babauta beschäftigt sich in seinem Buch „The Power of Less. The 6 Essential Productivity Principles That Will Change Your Life” intensiv mit dem Zusammenhang zwischen Einfachheit und Produktivität. Dabei geht er vor allem auch auf ein produktives Arbeitsumfeld ein. Auch sein Blog zenhabits ist sehr inspirierend.

Ausmisten in der Küche

Von Küchenutensilien bis zu Geschirrtüchern, abgelaufenen Lebensmitteln und Gewürzen. In der Küche findest du sicher viele Dinge, die du eigentlich nicht mehr nutzt. Für mich ist ein minimalistischer Kühlschrank besonders wichtig. Ein aufgeräumter Kühlschrank mit frischen Lebensmitteln erweckt bei mir die Lust zu Kochen. Einen Überblick über die Vorräte zu haben kann auch für deinen nächsten Einkauf sehr hilfreich sein. So ist die Gefahr geringer, dass du Lebensmittel doppelt vorrätig hast und diese möglicherweise schlecht werden. Das spart Zeit, Nerven und Geld. Auch bei Küchengeräten solltest du dich fragen, welche du wirklich brauchst. Du kannst ja mal für ein Jahr die elektrischen Geräte, die du selten bis nie nutzt, in den Keller stellen und danach entscheiden welche Geräte du verschenken oder verkaufen möchtest und welche du doch behalten möchtest.

KonMari-Methode von Marie Kondo

Die KonMari-Methode von Marie Kondo erfreut sich international großer Beliebtheit. Marie Kondo ist eine japanische Aufräum-Expertin, die nicht nur ihr Buch „The Life Changing Magic Of Tidying up“ millionenfach verkauft hat, sondern mittlerweile auch eine eigene Serie auf Netflix hat.

Marie Kondo hat seit 2019 auch eine Serie auf Netflix.
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Der Erfolg von Marie Kondo zeigt auch, wie viele Menschen sich nach etwas Ordnung in ihrem Leben sehnen. In ihrer Methode wird beispielsweise Wert darauf gelegt, dass man einmal konsequent aufräumt und nicht ständig ein bisschen. Marie Kondo empfiehlt außerdem nur die Gegenstände, die einem Freude bereiten, zu behalten und alle anderen zu entsorgen.

„Tidy a little a day and you´ll be tidying forever” ~ Marie Kondo, The Life Changing Magic Of Tidying up, S. 16

Tabula-rasa-Methode oder Packing Party

Die einen nennen es Tabula-rasa-Methode, die anderen nennen es Packing Party (weil alles mit einem „Party“ am Ende nach Spaß klingt). Bei dieser Methode packst du alle deine Sachen (alle!) in Umzugskartons, als würdest du umziehen. Dann entscheidest du dich für einen Zeitraum, zum Beispiel 5 Wochen. Innerhalb der nächsten 5 Wochen darfst du nur die Gegenstände aus dem Umzugskarton nehmen, die du wirklich benötigst. Du kannst diese Methode natürlich auch nur auf einzelne Räume (Badezimmer, Keller, Küche..) oder einzelne Bereiche (Kleiderschrank, DVD-Regal, Küchenschrank..) anwenden.

In dem sehr sehenswerten Film „My Stuff” hat Petri Luukkainen die Packing Party für Fortgeschrittene durchgeführt.
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Ausmisten in 10 Minuten

Vielleicht ist es dir lieber jeden Tag ein bisschen auszumisten, als alles auf einmal? Dafür eignet sich die 10-Minuten-Methode sehr gut. Du nimmst dir regelmäßig 10 Minuten Zeit und entrümpelst beispielsweise die Schubladen in deiner Küche oder du schaust auf welche Jeans in deinem Kleiderschrank du verzichten kannst. Wenn die 10 Minuten vorüber sind, dann entscheidest du ohne lange darüber nachzudenken, welche Dinge du verschenken möchtest, welche du entsorgen kannst oder welche du vielleicht sogar verkaufen möchtest.

Doku zum Thema Minimalismus

Joshua Field Millburn & Ryan Nicodemus: Minimalism. A Documentary About The Important Things.
Auch der Blog von Joshua und Ryan the minimalists ist sehr lesenswert. 
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Was kommt nach dem Entrümpeln?

Aller Voraussicht nach wirst du nicht nur einmal ausmisten. Minimalismus ist ein Lebensstil, der früher oder später dazu führt, dass du immer weniger brauchst, um glücklich zu sein. Auch wenn dir ausmisten möglicherweise nicht so viel Freude bereitet, vielleicht schaffst du es ja trotzdem irgendwann Spaß dabei zu haben, weil dir das Freiheitsgefühl nach dem ausmisten so sehr gefällt. Ein schöner Nebeneffekt vom Ausmisten ist, dass du dich beim nächsten Einkauf fragst, ob du diesen Gegenstand in deiner Hand wirklich benötigst. Das ist in unserer Konsumgesellschaft eine wirklich wichtige Eigenschaft, wodurch du viel Zeit und Geld sparen kannst. Gegenstände bezahlst du nicht nur mit Geld. Jeder Gegenstand verstopft dein Leben, nimmt Lebenszeit und Platz in deiner Wohnung ein.

Beim Minimalismus ist Ausmisten nur der Anfang. Früher oder später stellst du dir vielleicht sogar die Fragen: „Brauche ich ein großes Haus für all diese Dinge? Und brauche ich überhaupt einen 40-Stunden-Job, um mir all das leisten zu können? Möchte ich nicht eigentlich mehr Zeit in der Natur, mit meinen Freunden oder meiner Familie verbringen?“.

Ob vor oder nach der Packing Party – richKind werden!

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