Ein Stift steht auf einem Tisch. Im Minimalismus und im Schreiben von Büchern braucht man Fokus.

9 außergewöhnliche Bücher über das minimalistische Leben

Es gibt viele gute Bücher über Minimalismus, zwei der bekanntesten sind sicherlich „The Life-Changing Magic of Tidying“ von Marie Kondo, die gleichzeitig die Entwicklerin der KonMari-Methode ist und „The Power of Less“ von Leo Babauta, der mit seinem Blog zenhabtis.net täglich sehr viele Menschen weltweit inspiriert.

Aber es gibt noch viele weitere Bücher, die hervorragend zum Minimalismus passen und zum Nachdenken anregen. Auch wenn diese Bücher erst auf den zweiten Blick mit Minimalismus zu tun haben, haben sie das Potential enorme Veränderungen in deinem minimalistischen Leben zu bewirken. In den Büchern geht es um die Einstellung zur Arbeit, um die eigenen Gedanken und um Konsum. Am Ende des Artikels findest du eine Zusammenfassung, warum all diese Bücher so gut zum Minimalismus passen. In diesem Artikel geht es auch darum zu zeigen, wie viele Facetten ein minimalistisches Leben haben kann und dass Minimalismus definitiv mehr ist als Ausmisten und Entrümpeln.

Minimalismus und Arbeit

Die drei Bücher beschäftigen sich auf unterschiedliche Weise mit dem Thema Arbeit.

Ich bin raus. Wege aus der Arbeit, dem Konsum und der Verzweiflung. Von Robert Wringham

Wringham, R. (2016). Ich Bin Raus. München: Random House GmbH. Coverrechte liegen beim genannten Verlag.
„Die Wahrheit ist: Wir stecken in der Falle. Wir alle. Wir gehören zu einer Gesellschaft von größtenteils anständigen, aber völlig unbewusst lebenden Personen…“ ~ Robert Wringham, Ich bin raus. Wege aus der Arbeit, dem Konsum und der Verzweiflung, S. 18f.

Warum arbeiten wir eigentlich? Diese Frage stellt sich Robert Wringham in seinem grandiosen Buch über den Zusammenhang zwischen Arbeit und Konsum. Robert Wringham zeigt auf humorvolle und dennoch sehr eindrückliche Art und Weise, warum wir 40-Stunden in der Woche in einem Großraumbüro sitzen, um Dinge zu tun, die wir nicht mögen und die schlimmstenfalls auch noch vollkommen sinnlos sind. Nur um uns anschließend dem wohlverdienten Konsum hinzugeben und teure Urlaubsreisen zu finanzieren. Wringham nennt dieses gegenwärtige Lebenskonzept eine Falle, aus der wir uns alle entfesseln müssen. Dabei fragt man sich bereits beim Vorwort von David Chain, wieso wir eigentlich alle in dieser Falle stecken und wieso wir nicht endlich mehr aus unserem Leben machen.

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Die 4-Stunden Woche. Mehr Zeit, Mehr Geld, Mehr Leben. Von Timothy Ferris

Ferriss, T. (2018). Die 4 - Stunden Woche. Berlin: Ullstein Buchverlage GmbH. Coverrechte liegen beim genannten Verlag.

In seinem gewollt provokanten Buch stellt Timothy Ferris unser gegenwärtiges Verständnis von Leben und Arbeit auf den Kopf. Neben vielen praktischen Tipps darüber, wie man es schafft mit nur wenigen Stunden Arbeit pro Woche ausreichend Geld zu verdienen, kann Timothy Ferris auf beeindruckende Weise aufzeigen, was ein gutes Leben ausmacht.

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The One Thing: Die überraschend einfache Wahrheit über außergewöhnlichen Erfolg. Von Gary Keller mit Jay Papasan

Keller, G., & Papasan, J. (2017). The One Thing. München: Redline Verlag. Coverrechte liegen beim genannten Verlag.

Gary Keller befasst sich in seinem Buch mit der Frage, wie man es schaffen kann in seinem Leben produktiver und zufriedener zu sein. Dabei ist das Buch keineswegs ein Buch über Zeitmanagement, sondern vielmehr ein Buch über Prioritätensetzung. Sein „One Thing“ zu finden und sich ohne Ablenkung darauf zu konzentrieren führt laut Gary Keller zu außergewöhnlichem Erfolg. Gary Keller hinterfragt direkt zu Beginn seines Buches einige Annahmen über Erfolg. Wie zum Beispiel, dass Multitasking oder Disziplin zum Erfolg führen. Er beschreibt sehr detailliert, mit vielen guten Beispielen und Illustrationen, inwiefern Erfolg das Resultat kleiner Schritte ist.

„Going small is ignoring all the things you could do and doing what you should do.” ~ Gary Keller, The One Thing. The surprisingly simple truth behind extraordinary results, S. 10
 

Minimalismus und Gedanken

Wie man Gewohnheiten durchschaut und ändert, wie man nicht mehr für andere lebt und wie die Gedanken das eigene Leben beeinflussen – all das erfährt man in diesen drei Büchern.

Die Macht der Gewohnheit. Warum wir tun, was wir tun. Von Charles Duhigg

Duhigg. (2018). Die Macht der Gewohnheit. München: Piper Verlag. Coverrechte liegen beim genannten Verlag.

Charles Duhigg schafft es auf wissenschaftlicher Grundlage zu zeigen, wie Gewohnheiten bei uns entstehen und wie wir diese ändern können. Dabei erläutert er nicht nur eindrücklich, wie bei Menschen Gewohnheitsänderungen stattfinden können, sondern auch wie durch diese Erkenntnisse ganze Unternehmen umstrukturiert werden können.

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Du musst nicht von allen gemocht werden. Vom Mut, sich nicht zu verbiegen. Von Ichiro Kishimi und Fumitake Koga

Kishimi, I., & Koga, F. (2019). Du Musst Nicht Von Allen Gemocht Werden. Reinbek bei Hamburg: Rowohlt Taschenbuch Verlag. Coverrechte liegen beim genannten Verlag.

Die Autoren Kishimi und Koga schreiben dieses Buch in Form eines Dialogs zwischen einem verzweifelten jungen Mann und einem gelassenen Philosophen. Das Buch ist geprägt durch die psychologischen Erkenntnisse von Alfred Adler. Im Dialog will der Philosoph zeigen, dass Sorgen, Ängste und Zweifel Gefühlszustände sind, die sich Menschen in dem jeweiligen Moment ausgesucht haben. Wir leben in einer subjektiven Welt, die uns ermöglicht unsere Interpretation über die Welt und unsere Einstellungen zum Leben von einem Moment auf den anderen zu ändern.

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Wie wir denken, so leben wir. As A Man Thinketh. Weisheiten aus Jahrtausenden. Von James Allen

Kurz zu den ersten Eindrücken über dieses Buch: Auf den ersten Blick wirkt dieses Buch sehr unscheinbar, rund 50 Seiten bei großer Schrift. Direkt im Vorwort wird man darum gebeten, das Buch unvoreingenommen zu lesen. Es dauert auch einen Moment, bis man sich auf die Sprache des Autors eingelassen hat, da das Buch vor mehr als hundert Jahren zum ersten Mal veröffentlich worden ist. Das merkt man auch an der Weltanschauung des Autors.

„Wie unbedeutend wirkt die Jagd nach Geld im Vergleich zu einem gelassenen Leben – einem Leben, das im Meer der Wahrheit wohnt, unter den Wellen, unbehelligt von Wind und Wetter, in ewiger Ruhe“ ~ James Allen, Wie wir denken, so leben wir. As A Man Thinketh. Weisheiten aus Jahrtausenden, S. 49  

„Wie wir denken, so leben wir“ ist ein unglaubliches Buch. Sehr philosophisch, aber wenn man dieses Buch unvoreingenommen liest, kann es sehr großen Einfluss auf das eigene Leben haben. Dann schafft es James Allen einen davon zu überzeugen, dass wir durch unsere Gedanken unser Leben in Gänze beeinflussen können. Denn genau das ist, was James Allen uns lehren will; wir können mit unseren Gedanken auf alle Umstände in unserem Leben Einfluss nehmen.

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Minimalismus und Konsum

Postwachstum und finanzielle Freiheit sind die zentralen Themen dieser drei Bücher.

Ich gönn´ mir Freiheit. Wie genügsamer Konsum zu weniger Arbeit und mehr Freiheit führt.

Im Kern geht es in dem Buch von Patrick Hundt um finanzielle Freiheit und Frugalismus. Patrick stellt in seinem Buch Menschen vor, die auf unterschiedliche Weise finanziell frei geworden sind oder noch werden wollen. Auf eine sehr schöne Art und Weise reflektiert er im Buch immer wieder seine eigenen Gedanken zum Thema finanzielle Freiheit und kommt zu dem Ergebnis, „dass finanzielle Freiheit vielleicht nur ein Hilfsmittel für etwas ist, das jeder von uns will: glücklich sein.“ ~ Patrick Hundt, Ich gönn´ mir Freiheit. Wie genügsamer Konsum zu weniger Arbeit und mehr Freiheit führt, S. 215

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Befreiung vom Überfluss. Auf dem Weg in die Postwachstumsökonomie. Von Niko Paech

Paech, N. (2015). Befreiung vom Überfluss. Auf dem Weg in die Postwachstumsökonomie. München: oekom Verlag. Coverrechte liegen beim genannten Verlag.

Wie kann ein Leben in einer Wirtschaft ohne Wachstum aussehen? Mit dieser Frage beschäftigt sich der Umweltökonom Niko Paech in seinem Buch. Dabei macht er deutlich, dass das vorherrschende Wirtschaftssystem auf einer massiven ökologischen Zerstörung beruht und das diese Zerstörung auch nicht durch „grünen Wachstum“ aufgehalten werden kann. Reduktion des Konsums und Selbstversorgung sind für Niko Paech Schlüsselelemente einer Postwachstumsökonomie.

„Derzeit verzetteln wir uns in einer reizüberfluteten Konsumsphäre, die unsere knappste Ressource aufzehrt, nämlich Zeit.“ ~ Niko Paech, Befreiung vom Überfluss. Auf dem Weg in die Postwachstumsökonomie, S. 11

Mit seinem Buch setzt sich Niko Paech dafür ein, ein nachhaltiges Leben zu führen und dem Konsumwahn zu widerstehen. Für ihn zeigt sich der Vorteil einer Postwachstumsökonomie darin, sich auf wenige Dinge zu konzentrieren, diese intensiv zu nutzen und durch eine verstehbare Anzahl an Optionen zu mehr Glück und Gelassenheit zu finden.

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Degrowth/Postwachstum zur Einführung. Von Matthias Schmelzer und Andrea Vetter

Schmelzer, M., & Vetter, A. (2019). Degrowth/Postwachstum zur Einführung. Hamburg: Junius Verlag GmbH. Coverrechte liegen beim genannten Verlag.

Ein weiteres Buch über Postwachstum ist das Einführungswerk von Matthias Schmelzer und Andrea Vetter. Schmelzer und Vetter erläutern in diesem Buch ausführlich die Merkmale von Postwachstum. Damit man Postwachstum in seiner Fülle verstehen kann, präsentieren Schmelzer und Vetter zunächst die verschiedenen Strömungen in der Wachstumskritik, um anschließend ausführlich auf den Postwachstum einzugehen. Wenn man sich intensiv mit dem Thema Postwachstum auseinandersetzen möchte, eignet sich dieses Buch hervorragend zur Einführung.

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Was hat all das mit Minimalismus zu tun?

Der Weg zum Minimalismus kann so verschieden sein, denn einfach und minimalistisch leben hat viele Facetten. Minimalismus kann bedeuten, sich mehr Freiheiten zu wünschen, um kreativen und bewussten Beschäftigungen nachgehen zu können. Robert Wringham zeigt in seinem Buch, dass durch Arbeit und Konsum nicht mehr viel Zeit bleibt, um frei zu sein und die Dinge zu tun, die einem wichtig sind. Und obwohl man sich bei dem Buch von Timothy Ferris gelegentlich fragt, inwieweit die vorgestellten Konzepte auf das eigene Leben übertragbar sind, findet man in den Kernaussagen des Buches viele Gemeinsamkeiten zum Minimalismus. Beispielsweise die Zeit und Ruhe zu haben, sich auf das im Leben zu konzentrieren, was einem guttut und wichtig ist. Lernen „Nein“ zu sagen und überflüssige Informationen souverän zu ignorieren.

“The One Thing” ist eine Anleitung für die Prioritätensetzung. Dabei spielt es keine Rolle, ob es um die Konzentration auf die wichtigen Dinge im Beruf, bei den Finanzen, bei der eigenen Fitness, um die Beziehungen oder um das eigene spirituelle Leben geht. Es geht darum, sich auf die Dinge, die einem wichtig sind zu konzentrieren und sich nicht ablenken zu lassen. Die Konzentration auf die eine Sache spielt auch bei der Änderung von Gewohnheiten eine wichtige Rolle. Durch das Buch von Charles Duhigg können wir verstehen, warum wir manche Gewohnheiten haben und wie wir diese gezielt durch konstruktivere Gewohnheiten ersetzen können. Fokus und Konzentration spielen im Minimalismus eine wichtige Rolle, denn häufig ist der Wunsch nach mehr Fokus und weniger Ablenkung ein Grund, sich für ein minimalistisches Leben zu entscheiden.

Minimalismus macht auch deshalb glücklich, weil man sich mit den eigenen Gedanken, Gewohnheiten und Werten auseinandersetzt. Mit dem minimalistischen Lebensstil interpretiert man seine Welt und seine Werte auf eigene Art und Weise. Minimalismus führt dazu, dass materielle Werte weniger wichtig werden und auch die Bestätigung anderer nicht mehr im Vordergrund steht. In dem Buch „Du musst nicht von allen gemocht werden. Vom Mut, sich nicht zu verbiegen.“ von Ichiro Kishimi und Fumitake Koga finden sich viele parallelen dazu. Ein entspanntes und gelassenes Leben mit innerer Ruhe ist das, was ein minimalistisches Leben ausmacht. Mit dem Buch von James Allen schafft man es, sich der Kraft der eigenen Gedanken bewusst zu werden.

Wie gut Minimalisten auf eine Wirtschaft ohne Wachstum vorbereitet wären, zeigen die Bücher über Postwachstum, die betonen, dass maßloser Konsum auf einem Planeten mit endlichen Ressourcen nicht bestehen kann.  

 „Souverän ist nicht, wer viel hat, sondern wer wenig braucht.“ ~ Niko Paech, Befreiung vom Überfluss. Auf dem Weg in die Postwachstumsökonomie, S. 130

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